zurück

Geschichte

1921 - 1944
1951 - 1960
1961 - 1970
1971 - 1980
1981 - 1990
1991 - 2000
2001 - 2013
2014 - 2020
2021 - ...
1920er | Wie alles begann: Hermann Zilcher, Gründer und Leiter des Mozartfestes © Privatarchiv Helga Zilcher
1940er | »Eine innige Vermählung zwischen Ton, Architektur und Farbe«. Hermann Zilcher mit Mozart im Kaisersaal. © Stadtarchiv / Foto: Groth-Schmachtenberger
1942 | Das Mozartbild der 40er: Schäferspiele und Tänze im Hofgarten. © Stadtarchiv / Foto: Groth-Schmachtenberger
1942 | Heimspiel mit Weltklasse: das Schiering-Quartett und Würzburger Bläsersolisten. © Stadtarchiv / Foto: Groth-Schmachtenberger
1951 | Nach sechsjähriger Unterbrechung findet das erste Mozartfest in städtischer Trägerschaft statt. © Stadtarchiv
1951 | Eugen Jochum dirigiert das Symphonieorchester des BR und wird bis 1961 das Mozartfest künstlerisch verantworten. © Mozartfest Würzburg
1952 | »Auf den Trümmern der Zeit«: Tanz vor der ausgebrannten Würzburger Residenz. © Archiv Main-Post
1959 | Gefeierte Gäste: Chefdirigent Josef Keilberth kommt mit den Bamberger Symphonikern erstmals zum Mozartfest © Stadtarchiv / Foto: Hans Heer
1959 | Im selben Jahr: Rudolf Kempe mit den Bamberger Symphonikern. © Stadtarchiv / Foto: Hans Heer
1961 | Eugen Jochum ist der erste Musiker, der sich in das »Künstler-Buch« einträgt © Stadtarchiv
1961 | Bedeutende Mozart-Interpreten verewigt: Das »Buch der Klangkörper, Dirigenten und Solisten« wird eingeweiht. © Mozartfest Würzburg
1967 | Frühsommerliche Stimmung und Savoir vivre seit 1922: Würzburg und seine Nachtmusiken. © Stadtarchiv / Foto: Hans Heer
1971 | Stets en vogue und immer Stadtgespräch: die Garderobe des Mozartfest-Teams. Zum 50-jährigen Jubiläum gab es »edle Seide«. © Stadtarchiv / Foto: Hans Heer
1972 | Das Mozartfest, »ein Juwel in der bayerischen Kulturkrone«: Bayerns Ministerpräsident Alfons Goppel gibt sich die Ehre. © Stadtarchiv / Foto: Hans Heer
1974 | Alles soll fein sein für den glanzvollen Mozartfest-Auftritt. © Stadtarchiv / Foto: Hans Heer
1974 | Weltstar Yehudi Menuhin debutiert beim Mozartfest mit Mozarts A-Dur-Violinkonzert im Kaisersaal. © Stadtarchiv / Foto: Hans Heer
1977 | Seit 1962 gefeierter Gast beim Mozartfest: Rafael Kubelík. © Stadtarchiv / Foto: Hans Heer
1979 | Ärgernis: Die 16-jährige Anne-Sophie Mutter sagt ihr Mozartfest-Debut ab. Edith Peinemann übernimmt und strahlt. © Stadtarchiv / Foto: Hans Heer
1979 | Stets en vogue und immer Stadtgespräch: die Garderobe des Mozartfest-Teams, 1979 in strahlendem »Flamingo-Rot«. © Stadtarchiv / Foto: Hans Heer
1981 | Mozarts Große Messe in c-Moll im Dom mit Rafael Kubelík und den Gesangssolisten Lucia Popp, Julia Hamari, Peter Schreier und Robert Holl. © Stadtarchiv / Foto: Hans Heer
1985 | Sir Colin Davis’ Mozartfest-Debut wird gefeiert. © Stadtarchiv / Foto: Hans Heer
1986 | Legendärer Mozartfest-Klassiker: die Nachtmusik. Spitzenauslastung mit rund 15.000 Besuchern in den 1980er-Jahren. Erst 1993 wurde die Besucherzahl auf 9.000 Personen begrenzt. © Heußner
1987 | Stets en vogue und immer Stadtgespräch: die Garderobe des Mozartfest-Teams im Look der 80er. © Stadtarchiv / Foto: Hans Heer
1987 | Die führende Mozart-Interpretin Mitsuko Uchida konzertiert erstmals beim Mozartfest mit Sir Colin Davis und dem Symphonieorchester des BR. © Stadtarchiv / Foto: Hans Heer
1991 | 70 Jahre Mozartfest: »Klangwolke« über der Residenz. Ein Spektakel aus Feuerwerk und Lasershow mit Musik von Mozart, inszeniert von Walter Haupt. © Stadtarchiv / Foto: Hans Heer
1992 | Programmatische Neuausrichtung, die für Aufregung sorgt: Es wird nicht mehr nur noch Mozart gespielt. © Mozartfest Würzburg
1994 | Erstmals erscheint eine aufwendig gestaltete »Mozartfest«-Programmbroschüre. © Mozartfest Würzburg
2005 | Barocke Pracht: Der Kaisersaal kurz vor seiner Restaurierung. © Oliver Lang
2009 | Das Mozartfest-Büro im Stadttheater © Mozartfest Würzburg
2010 | Das Ehepaar Krick mit Horst Seehofer und seiner Frau. © Mozartfest Würzburg
2013 | Am Puls der Zeit: Uraufführung »Breakin' Mozart«, die Breakdance-Performance, eine Auftragsarbeit des Mozartfestes. © dps Photography
2014 | Das MozartLabor findet erstmals statt mit Jörg Widmann als Artiste étoile und Komponist im Portrait. © Pat Christ
2015 | Sternstunde: Prof. Dr. Ulrich Konrad und »Kontinent« Wolfgang Rihm im Gespräch mit Katharina Eickhoff. © Schmelz Fotodesign
2015 | Am Rande des MozartLabors - genießen gehört auch dazu: Renaud Capuçon im Exerzitienhaus Himmelspforten. © Schmelz Fotodesign
2016 | »Mozarts Europa«: Kit Armstrong mit seinem Mentor Alfred Brendel. © Mozartfest Würzburg
2017 | Eine Bühne - drei Artistes étoiles: Christiane Karg, Kit Armstrong und Renaud Capuçon. © Schmelz Fotodesign
2017 | Seit 2014: »Bruckner im Dom« mit den Bamberger Symphonikern. © Schmelz Fotodesign
2018 | Marc Minkowski probt mit Les Musiciens du Louvre im Kaisersaal © Pia Traub
2018 | Shooting-Star Jan Lisiecki debutiert beim Mozartfest – das ZDF ist dabei. © Erika Mayer
2018 | Pierre-Laurent Aimard und Intendantin Evelyn Meining besprechen Zukunftspläne. © Pia Traub
2019 | Kit Armstrong und Julian Prégardien als Musik-Botschafter unterwegs in Würzburger Schulen. © Thomas Obermeier
2019 | »Von Sternen und Sternenstaub«: Gespräch mit Unsuk Chin, »Komponistin im Portrait« beim MozartLabor © Daniel Peter
2020 | »Weitergehen« – Mozartfest im Corona-Jahr: BR-Live-Stream aus dem Kaisersaal mit Artiste étoile Reinhard Goebel. © Dita Vollmond
2021 | 100 Jahre Mozartfest: multimediale Präsentation des Jubiläumsprogramms. © Dita Vollmond
2021 | Pandemiebedingt in kleiner Besetzung: Musiker des Stegreif Orchesters in the CURVE © Dita Vollmond
100 Jahre Mozartfest – »100 Mozart-Bilder«

Nachdem die Würzburger Residenz 1919 für gemeinnützige Zwecke freigegeben ist und im folgenden Jahr erstmals im Kaisersaal ein Konzert stattgefunden hat, initiiert der Leiter des Bayerischen Staatskonservatoriums Hermann Zilcher 1921 mit einer Musik- und Theaterwoche das spätere Mozartfest. Vom 17. bis 26. Juni 1922 veranstaltet Zilcher die erste »Mozartwoche« ausschließlich mit Werken Mozarts. Konzerte im Kaisersaal, Nachtmusiken im Hofgarten, ein Teekonzert im Gartensaal sowie Sakralmusik in der Neubaukirche und ein Gartenfest in Veitshöchheim bilden das Programm und gründen bereits in der Anfangszeit Konzertformate, die für das Mozartfest wesentlich sind. Die architektonischen Gegebenheiten von Residenz und Hofgarten werden in die Programmatik einbezogen. 1923 nennt Zilcher seine Konzertreihe erstmals »Mozartfest«. Ab 1931 gehören auch konzertante Opernaufführungen ins Programm.

Zilcher selbst ist zentraler Interpret in der Zeit seiner künstlerischen Leitung (1921 bis 1944). Von Anfang an konzertieren auch international führende Musikerinnen und Musiker beim Mozartfest. Zu den Gästen der Mozartfest-Frühzeit zählen Elisabeth Schumann, Adolf Busch, Carl Flesch, Alma Moodie, Elly Ney, Edwin Fischer, Maria Cebotari, Karl Böhm, Gaspar Cassadó, Julius Patzak u. v. m. Die traditionellen Schäferspiele im Hofgarten mit Tanz und Gesang in Barockkostümen verantwortet ab 1941 die Choreografin Friderica Derra de Moroda. Im gleichen Jahr, zum 150. Todestag Mozarts, wird Zilcher mit der Goldenen Medaille der Stiftung Mozarteum Salzburg ausgezeichnet.

In den 1930er und 1940er Jahren vereinnahmt zunehmend die nationalsozialistische Ideologie das Mozartfest: Auch in Würzburg missbraucht man Mozart zur Überhöhung von Deutschtum und Volkstümlichkeit. Ab 1942 ist die NS-Gemeinschaft Kraft durch Freude Veranstalterin des Mozartfestes. 1944 findet unter dem Namen »Mozartsommer« das letzte Mozartfest statt vor Schließung der Theater in Deutschland am 1. September 1944 und dem verheerenden Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945.

    Nach sechsjähriger Unterbrechung wird das Mozartfest 1951 in städtischer Trägerschaft wieder aufgenommen. Auf Initiative des amtierenden Würzburger Oberbürgermeisters und späteren BR-Intendanten Dr. Franz Stadelmayer gewährt der Bayerische Rundfunk finanzielle Unterstützung beim Wiederaufbau der Residenz. Eugen Jochum übernimmt als Chefdirigent des Symphonie-
    orchesters des Bayerischen Rundfunks die künstlerische Gesamtleitung des Mozartfestes, bei dem künftig ausschließlich Werke von Mozart aufgeführt werden sollen. Zu den Mozartfest-Interpreten zählen in den 1950er-Jahren Wilhelm Kempff (1953), Edwin Fischer und Pierrette Alarie (1954), Johanna Martzy (1955), Irmgard Seefried und Wolfgang Schneiderhahn (1956) sowie Joseph Keilberth, Fritz Wunderlich und die erst 18-jährige Martha Argerich (alle 1959). Das Münchner Koeckert-Quartett gastiert ab 1952 annähernd jährlich in Würzburg. 1959 treten die Bamberger Symphoniker zum ersten Mal beim Mozartfest auf. 1960 bringt Eugen Jochum eine konzertante Aufführung von »La clemenza di Tito« auf die Kaisersaal-Bühne.

    Hörbeispiele:

    • 1954: Edwin Fischer (Klavier), Eugen Jochum, Kammerorchester des Bayerischen Rundfunks: Konzert-Rondo  für Klavier und Orchester in D-Dur KV 382*
    • 1955: Johanna Martzy (Violine), Eugen Jochum, Kammerorchester des Bayerischen Rundfunks: Violinkonzert Nr. 3 in G-Dur KV 216, 1. Satz*
    • 1956: Irmgard Seefried (Sopran), Eugen Jochum, Kammerorchester des Bayerischen Rundfunks: Rezitativ und Arie »Non temer amato bene« KV 490*
    • 1959: Joseph Keilberth, Bamberger Symphoniker: Sinfonie Nr. 30 in D-Dur KV 202, 1. Satz*

    *Der vollständige Konzertmitschnitt ist Teil der Jubiläums-CD-Box »Wolfgang Amadé Mozart. Imperial Hall Concerts« und erschien bei Orfeo im Mai 2021.


    Die Konzertmitschnitte wurden LIVE im UNESCO-Weltkulturerbe Residenz Würzburg (Bayerische Schlösser- und Gartenverwaltung) aufgezeichnet.  

    • 1954 | Fischer, Jochum | KV 382

    • 1955 | Martzy, Jochum | KV 216

    • 1956 | Seefried, Jochum | KV 490

    • 1959 | Keilberth | KV 202

    Das neue Jahrzehnt bringt einen Wechsel an der Spitze des Mozartfestes und eine vierjährige Festivalpause mit sich. Rafael Kubelík wird 1961 neuer Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks und übernimmt ab 1962 die Leitung der Konzerte seines Orchesters beim Mozartfest. Zuvor hat sich 1961 Eugen Jochum als erster Mozartfest-Künstler ins neu aufgelegte Mozartfest-Buch eingetragen, das seither die auftretenden Künstlerinnen und Künstler verzeichnet. Als der Kaisersaal der Würzburger Residenz in den Jahren 1963 bis 1967 restauriert wird, muss sich das Mozartfest für vier Jahre auf die Nachtmusiken im Hofgarten und ein stark reduziertes Ersatzprogramm beschränken. 1967 erfolgt die Wiederaufnahme. Im gleichen Jahr nimmt die Deutsche Welle erstmals drei Konzerte auf und strahlt sie bis nach Kanada und Neuseeland aus. Auch das ZDF sendet erstmals ein Konzert vom Mozartfest. Unter dem Titel »Wie schön ist doch Musik« musizieren das Münchener Kammerorchester und die Gächinger Kantorei unter der Leitung von Helmuth Rilling. Zu den Mozartfest-Interpreten des Jahrzehnts zählen Hermann Zilchers Sohn Heinz Reinhard (1961), Robert Casadesus und Rudolf Kempe (beide 1962), Horst Stein und Arthur Grumieux (beide 1967), Erika Köth (1968) sowie Alfred Brendel (1969).

    Hörbeispiel:

    • 1967: Rafael Kubelík, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Adagio und Fuge in c-Moll KV 546*

    *Der vollständige Konzertmitschnitt ist Teil der Jubiläums-CD-Box »Wolfgang Amadé Mozart. Imperial Hall Concerts« und erschien bei Orfeo im Mai 2021.


    Die Konzertmitschnitte wurden LIVE im UNESCO-Weltkulturerbe Residenz Würzburg (Bayerische Schlösser- und Gartenverwaltung) aufgezeichnet.  

    • 1967 | Kubelík | KV 546

    1971 feiert das Mozartfest sein 50. Jubiläum, zu dem Erich Valentin den Festvortrag unter dem Titel »Unser Zeitgenosse Mozart« hält. 1975 richtet das Mozartfest zum ersten Mal einen eigenen Wettbewerb aus und ruft damit eine neue Institution ins Leben. Ab 1977 wird der Mozartfest-Wettbewerb ausschließlich im Fach Gesang ausgetragen. Im gleichen Jahr gewinnt Waltraud Meier den Ersten Preis. Zu den herausragenden Mozartfest-Interpreten des Jahrzehnts zählen Elisabeth Grümmer (1971), Helen Donath und Rudolf Buchbinder (1972), Elly Ameling und Martha Argerich (1973), das Melos-Quartett (1970 und 1973), das Tokyo String Quartet (1971), Yehudi Menuhin (1974), Ingeborg Hallstein (1975), Christoph Eschenbach (1976 und 1979), Zoltán Kocsis (1978), Edda Moser (1979) und Clifford Curzon (1975 und 1979).

    Hörbeispiele:

    • 1973: Martha Argerich (Klavier), Eugen Jochum, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Klavierkonzert Nr. 18 in B-Dur KV 456, 1. Satz
    • 1977: Koeckert-Quartett: Streichquartett Nr. 14 in G-Dur KV 387, 1. Satz*

    *Der vollständige Konzertmitschnitt ist Teil der Jubiläums-CD-Box »Wolfgang Amadé Mozart. Imperial Hall Concerts« und erschien bei Orfeo im Mai 2021.


    Die Konzertmitschnitte wurden LIVE im UNESCO-Weltkulturerbe Residenz Würzburg (Bayerische Schlösser- und Gartenverwaltung) aufgezeichnet.  

    • 1973 | Argerich, Jochum | KV 456

    • 1977 | Koeckert-Quartett | KV 387

    Das siebte Jahrzehnt des Mozartfestes zeitigt Entwicklungen in unterschiedliche Richtungen: 1982 gastiert erstmals Nikolaus Harnoncourt und erntet mit seinen Ansätzen einer Mozartinterpretation im Zeichen historisch informierter Aufführungspraxis nicht nur Zustimmung. Gleichzeitig öffnet sich die Programmatik volkstümlichen Formaten. Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks bekommt mit Sir Colin Davis einen neuen Chefdirigenten, der ab 1985 auch in Würzburg regelmäßig die Konzerte des Klangkörpers leitet. Lioba Braun und Thomas Quasthoff gewinnen 1987 den ersten Preis beim Mozartfest-Wettbewerb. Ab 1989 erfährt das Mozartfest eine zeitliche Ausweitung und erstreckt sich bald über drei Wochen. Als Solistinnen und Solisten zu Gast sind u. a. Alfred Brendel (1981), Lucia Popp und Edith Mathis (beide 1981, 1983 und 1988), Frank Peter Zimmermann (1982), Hermann Prey (1983), Christoph Eschenbach und Justus Frantz (1983 ff.), Sir András Schiff, Wolfgang Schneiderhan und Trudeliese Schmidt (1984), Sabine Meyer (1984 und 1985), Siegfried Jerusalem (1985), Christian Zacharias (1986 und 1989), Mitsuko Uchida (1985 und 1987), Jörg Demus (1983 und 1989), Arleen Auger (1987 und 1989), Tabea Zimmermann (1988), Elisabeth Leonskaja (1989), Rudolf Buchbinder (1989 und 1990), Christian Tetzlaff (1990) sowie das Hagen Quartett (1987), das Abegg Trio (1988) und das Alban Berg Quartett (1990). Es dirigieren etwa Wolfgang Sawallisch (1983), Eliahu Inbal (1984), Frans Brüggen und Herbert Blomstedt (beide 1989). Konzerte im Kaisersaal geben neben dem BR-Symphonieorchester auch die Bamberger Symphoniker, die Radio-Sinfonieorchester aus Frankfurt und Stuttgart, das Prager Kammerorchester, das Collegium Aureum, das English Chamber Orchestra oder Concerto Köln.

    Hörbeispiele:

    • 1981: Alfred Brendel (Klavier), Rafael Kubelík, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Klavierkonzert Nr. 20 in d-Moll KV 466, 3. Satz*
    • 1981: Lucia Popp (Sopran), Rafael Kubelík, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Große Messe in c-Moll KV 427, Et incarnatus est.* 
    • 1985: Mitsuko Uchida (Klavier), Sir Colin Davis, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Klavierkonzert Nr. 17 in G-Dur KV 453, 1. Satz
    • 1987: Ana Chumachenco (Violine), Sir Colin Davis, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Violinkonzert Nr. 5 in A-Dur KV 219, 3. Satz*
    • 1989: Edith Wiens (Sopran), Iris Vermillion (Mezzosopran), Ferdinand Leitner, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Vesperae solennes de confesserore KV 339, 1. Dixit

    *Der vollständige Konzertmitschnitt ist Teil der Jubiläums-CD-Box »Wolfgang Amadé Mozart. Imperial Hall Concerts« und erschien bei Orfeo im Mai 2021.


    Die Konzertmitschnitte wurden LIVE im UNESCO-Weltkulturerbe Residenz Würzburg (Bayerische Schlösser- und Gartenverwaltung) aufgezeichnet.  

    • 1981 | Brendel, Kubelík | KV 466

    • 1981 | Popp, Kubelík | KV 427

    • 1985 | Uchida, Davis | KV 453

    • 1987 | Chumachenco, Davis | KV 219

    • 1989 | Wiens, Vermillion, Leitner | KV 339

    1991 feiert das Mozartfest sein 70-jähriges Jubiläum. Es präsentiert die »Zauberflöte« im Stile einer Jahrmarktsinszenierung und ganz nach dem Zeitgeschmack der anbrechenden 90er-Jahre. Mit einer »Mozart-Klangwolke« geht das Festival eventorientierte Wege und veranstaltet auch eine Mozartnacht als Wandelkonzert in der Residenz. Im darauffolgenden Jahr übernimmt Jonathan Seers die künstlerische Leitung und bringt das Mozartfest Widerständen zum Trotz in eine neue Ära: Der Generalmusikdirektor des Würzburger Stadttheaters bricht mit dem Grundsatz, nur Werke von Mozart zu programmieren. Seers: »Alles was Mozart von der Vorstellung des ›harmlosen Klassikers‹ befreit, was das Mozartverständnis wachrüttelt und erneuert, muß willkommen sein.« Behutsam weitet er die Programmatik und formuliert Schwerpunkte wie »Mozart versus Haydn«, »Mozart und Salieri« oder »Mozart und die Mannheimer Schule«. 1996 gewinnt Diana Damrau den
    2. Preis beim Mozartfest-Wettbewerb. Zentrale Interpretinnen, Interpreten und Klangkörper sind unter anderem Musica Antiqua Köln unter der Leitung von Reinhard Goebel (1991, 1993, 1994),
    Alfred Brendel (1991), Christiane Oelze, Tzimon Barto und das Melos Quartett (alle 1983), The English Concert unter der Leitung von Trevor Pinnock (1994), Orchestra of the Age of Enlightenment unter der Leitung von Sir Roger Norrington (1998) sowie die Academy of Ancient Music unter der Leitung von Christopher Hogwood (1999). 1994 gründet sich die Gesellschaft der Freunde des Mozartfestes e. V.

    Hörbeispiel:

    • 1996: Lorin Maazel, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Sinfonie Nr. 41 in C-Dur KV 551 »Jupiter«, 1. Satz*

    *Der vollständige Konzertmitschnitt ist Teil der Jubiläums-CD-Box »Wolfgang Amadé Mozart. Imperial Hall Concerts« und erschien bei Orfeo im Mai 2021.


    Die Konzertmitschnitte wurden LIVE im UNESCO-Weltkulturerbe Residenz Würzburg (Bayerische Schlösser- und Gartenverwaltung) aufgezeichnet.  

    • 1996 | Maazel | KV 551

    Der Würzburger Generalmusikdirektor Daniel Klajner übernimmt 2001 die künstlerische Leitung des Mozartfestes und kürt 2003 mit Martin Haselböck erstmals einen »Artist in Residence«. 2005 wagt er unter dem Titel »Mozart und die Moderne« zaghafte Schritte in Richtung musikalische Gegenwart. 2006, im Jahr von Mozarts 250. und Zilchers 125. Geburtstag sowie dem 85-jährigen Jubiläum des Mozartfestes, wird Hermann Schneider in seiner Funktion als Intendant des Theaters der Stadt Würzburg die künstlerische Leitung übertragen. Zudem wird 2006 letztmalig der Mozartfest-Wettbewerb ausgetragen. 2008 und 2009 steht der Kaisersaal wegen Restaurierung und Konservierung für Konzerte des Mozartfestes nicht zur Verfügung. 2009 erfolgt ein weiterer Wechsel: Die Stadt Würzburg überführt das Mozartfest in eine eigenständige bei der Stadt angesiedelte Organisationsstruktur und beruft Kirchenmusikdirektor Christian Kabitz zum künstlerischen Leiter. Unter seiner Leitung öffnet sich das Mozartfest weiter in die Stadt hinein, es wird u.a. der Mozarttag eingeführt. Mit 61 Veranstaltungen an 23 Spielstätten hat das Mozartfest seinen für die weiteren Jahre gültigen Umfang erreicht. Zu den Interpretinnen und Interpreten sowie Klangkörpern und Dirigenten der ersten Jahre des neuen Jahrtausends zählen Il Giardino Armonico unter der Leitung von Giovanni Antonini, La Petite Bande unter der Leitung von Sigiswald Kuijken, Hanna Schygulla (alle 2001), Camerata Salzburg unter der Leitung von Sir Roger Norrington (2002), London Mozart Players unter der Leitung von Howard Shelley (2003 und 2012), Sir Neville Marriner (2003 und 2009), Königliche Philharmonie von Flandern unter der Leitung von Philippe Herreweghe (2004), Murray Perahia (2006), Lars Vogt (2007), Les Siècles unter der Leitung von François-Xavier Roth (2009), Thomas Hengelbrock, Martin Stadtfeld und Sir András Schiff (alle 2010), Gidon Kremer (2011) u. v. m.

    Hörbeispiele:

    • 2001: Sigiswald Kuijken, La Petite Bande: Sinfonie Nr. 33 in B-Dur KV 319, 4. Satz*
    • 2003: Christopher Hogwood, Kammerorchester Basel: Sinfonie Nr. 31 in D-Dur KV 297 »Pariser«,
      1. Satz
    • 2007: Veronica Cangemi (Sopran), Ádám Fischer, Bamberger Symphoniker: Rezitativ und Arie
      »A questo seno deh vieni« KV 374*
    • 2007: Giovanni Antonini, Il Giardino Armonico: Divertimento in F-Dur KV 138 »Salzburger Sinfonie Nr. 3«, 1. Satz
    • 2009: Sir Neville Marriner, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Ouvertüre KV 311a
    • 2013: Veronika Eberle (Violine), Nils Mönkemeyer (Viola), William Youn (Klavier):
      Notturno in F-Dur KV 346 »Luci care, luci belle«*

    *Der vollständige Konzertmitschnitt ist Teil der Jubiläums-CD-Box »Wolfgang Amadé Mozart. Imperial Hall Concerts« und erschien bei Orfeo im Mai 2021.


    Die Konzertmitschnitte wurden LIVE im UNESCO-Weltkulturerbe Residenz Würzburg (Bayerische Schlösser- und Gartenverwaltung) aufgezeichnet.  

    • 2001 | Kuijken | KV 319

    • 2003 | Hogwood | KV 297

    • 2007 | Cangemi, Fischer | KV 374

    • 2007 | Antonini | KV 138

    • 2009 | Marriner | KV 311a

    • 2013 | Eberle, Mönkemeyer, Youn | KV 346

    2014

    »Mozart – trazoM. Musik im Spiegel« lautet das Festivalthema und ist Symbol für die Neuausrichtung des Mozartfestes unter der Intendanz von Evelyn Meining: Der Dialog mit der Gegenwart wird zum wesentlichen Moment. Künftig wird ein Jahresmotto das Mozartfest auf eine neue Weise inhaltlich bestimmen. Jörg Widmann ist erster Artiste étoile des Mozartfestes und zugleich Komponist im Porträt. Zum ersten Mal wird das MozartLabor eingerichtet. »Bruckner im Dom« knüpft an die Tradition wegweisender Brucknerinterpretation in Würzburg an. Die Gesprächsreihe »Allzeit ...« wird ins Leben gerufen und die »Jupiternacht« steht als Mozartfest-Finale für den Gedanken »Mozart für alle«. Wolfgang Rihms »Harzreise im Winter« wird in Würzburg uraufgeführt.

    2015

    »Was heißt hier Klassik?«, fragt das Mozartfest. Zu Lebzeiten ist Mozart ein moderner Querdenker. Was machte und macht ihn zum Klassiker? Artiste étoile ist Renaud Capuçon, Komponist im Porträt Toshio Hosokawa, dessen »Hika« für Violine und Orchester als Auftragswerk des Mozartfestes uraufgeführt wird.

    2016

    Mit dem Thema »Mozarts Europa« fragt das Mozartfest nach kultureller Vielfalt und Einheit. Kit Armstrong ist Artiste étoile und bringt im Auftrag des Mozartfestes einen Liederzyklus zur Uraufführung. Komponist im Porträt und Gast im MozartLabor ist Aribert Reimann. Sir John Eliot Gardiner dirigiert erstmals beim Mozartfest – am Tag des Brexit-Referendums. Waltraud Meier feiert im Rahmen des Mozartfestes ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum.

    2017

    Das Thema »Mozart 36 – Was ist Reife?« gibt Anlass zur Frage nach den Bedingungen künstlerischer Reife. Mit der Artiste étoile Christiane Karg steht Vokalmusik im Zentrum. Wolfgang Rihm ist Komponist im Porträt. Dieter Schnebel springt für den erkrankten Rihm im MozartLabor ein. Erstmals begegnen sich in einer »Lounge Amadé« Mozart und Clubatmosphäre. René Jacobs debütiert beim Mozartfest.

    2018

    »Aufklärung. Klärung. Verklärung« heißt der Dreiklang, den das Mozartfest in den Fokus nimmt. Artiste étoile ist erstmals ein Kammermusik-Ensemble: das Schumann Quartett. Arvo Pärt ist Komponist im Porträt. Marc Minkowski und Les Musiciens du Louvre debütieren beim Mozartfest mit einer konzertanten Aufführung von »Così fan tutte«. Die »Zauberflöte reloaded« bringt Mozart und Street-Art zusammen.

    2019

    Mit dem Thema »Mozart, ein Romantiker?« geht es an Schnittstellen von Epochen. Der Artiste étoile Julian Prégardien konfrontiert in einem von fünf exklusiven Konzertprojekten Schuberts »Winterreise« mit Klavierwerken Mozarts. Die Komponistin im Porträt Unsuk Chin bringt eine erweiterte Fassung von »snagS&Snarls« zur Uraufführung. Hervé Niquet und Le Concert Spirituel sind erstmals zu Gast beim Mozartfest.

    2020

    Das auf Mozart und Beethoven bezogene Motto »Widerstand. Wachsen. Weitergehen« bekommt eine völlig neue Aktualität. Die Covid-Pandemie zwingt im April zur Absage der ursprünglich geplanten Konzerte. Ein binnen weniger Wochen vollkommen neu aufgelegtes Programm präsentiert 43 Veranstaltungen. Zwei Konzerte werden live gestreamt. Bereits das Eröffnungskonzert erreicht 104.000 Zuschauer. Evelyn Meining: »In Würzburg lebt man den Anspruch Kulturstadt zu sein: aus gemeinsamer Überzeugung und leidenschaftlich. Dass wir es unter diesen schwierigen Vorzeichen geschafft haben, erstmals wieder Musik vor Publikum im Live-Konzert erklingen zu lassen, war eine Befreiung – nicht zuletzt für die Musikerinnen und Musiker.«

    Hörbeispiele:

    • 2014: Reinhard Goebel, WDR Symphonieorchester Köln:
      Serenade Nr. 9 in D-Dur KV 320 »Posthorn«, 2. Trio*
    • 2016: Kit Armstrong (Klavier): Suite in C-Dur KV 399, 2. Satz: Allemande
    • 2017: Renaud Capuçon (Violine), Kit Armstrong (Klavier):
      Sonate für Violine und Klavier in Es-Dur KV 481, 3. Satz
    • 2017: Sakari Oramo, Ostrobothnian Chamber Orchestra: Serenade Nr. 13 in G-Dur KV 525
      »Eine kleine Nachtmusik«, 4. Satz*
    • 2017: Jörg Widmann (Klarinette), Tabea Zimmermann (Viola), Dénes Várjon (Klavier): Trio für Klarinette, Viola und Klavier in Es-Dur KV 498 »Kegelstatt«, 3. Satz
    • 2019: Pierre-Laurent Aimard (Klavier), Clemens Schuldt, Münchener Kammerorchester: Klavierkonzert Nr. 17 in G-Dur KV 453, 3. Satz*
    • 2019: Julian Prégardien (Tenor), Lorenza Borrani, Freiburger Barockorchester: »Dalla sua pace« aus: »Don Giovanni« KV 527
    • 2020: Ragna Schirmer: Klaviersonate Nr. 9 in a-Moll KV 310, 1. Satz*

    *Der vollständige Konzertmitschnitt ist Teil der Jubiläums-CD-Box »Wolfgang Amadé Mozart. Imperial Hall Concerts« und erschien bei Orfeo im Mai 2021.


    Die Konzertmitschnitte wurden LIVE im UNESCO-Weltkulturerbe Residenz Würzburg (Bayerische Schlösser- und Gartenverwaltung) aufgezeichnet.  

    • 2014 | Goebel | KV 320

    • 2016 | Armstrong | KV 399

    • 2017 | Capuçon, Armstrong | KV 481

    • 2017 | Oramo | KV 525

    • 2017 | Widmann, Zimmermann, Várjon | KV 498

    • 2019 | Aimard, Schuldt | KV 453

    • 2019 | Prégardien, Borrani | KV 527

    • 2020 | Schirmer | KV 310

    2021

    Das Mozartfest Würzburg feiert 100-jähriges Bestehen. Artiste étoile und Komponist im Porträt ist Wolfgang Amadé Mozart selbst. Die Jubiläumssaison ist Spiegel von 100 Jahren Mozartfest und richtet den Blick auf Mozartbilder im Wandel der Zeiten. Die Ausstellung IMAGINE MOZART | MOZART BILDER, die Konzertreihe »Mozarts Europa«, die Vortragsreihe »Wie viel Mozart braucht der Mensch?« und der Ideenwettbewerb »100 für 100« sind zentrale Projekte des Jubiläums-
    programms. Auftragswerke von Ulla Hahn, Jüri Reinvere und Anno Schreier kommen zur Uraufführung.

    Alle Veranstaltungen finden Sie hier.