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Artiste étoile

Fixsterne des Mozartfestes

Mozartfest bedeutet in Würzburg: Kooperation, Dialog, Diskurs. Im Austausch von künstlerischen Standpunkten erwächst ein Programm, dessen Akzente jedes Jahr neu gesetzt sind. Denn für jeweils eine Saison tritt das Mozartfest mit einer Solistin, einem Solisten oder Ensemble in ein besonderes Zwiegespräch. Als Artiste étoile werden herausragende Interpretinnen und Interpreten eingeladen, mit ihrer künstlerischen Handschrift das Profil einer Festivalsaison zu prägen. Nicht nur auf der Bühne, sondern auch als Dramaturgen sind sie in Würzburg gefragt: In Zusammenarbeit mit den Artistes étoiles entstehen programmatische Schwerpunkte und erfährt das MozartLabor seine Ausrichtung. Seit 2014 waren Jörg Widmann, Renaud Capuçon, Kit Armstrong, Christiane Karg, das Schumann Quartett, Julian Prégardien und Reinhard Goebel die Artistes étoiles des Mozartfestes.
 

Artiste étoile 2020: Reinhard Goebel

Er ist ein Querdenker und Antreiber, ein Original und Entdecker. Reinhard Goebel ist erfrischend unbequem. Er schert sich wenig um Konventionen, forscht an den Rändern des Mainstream-Repertoires, küsst immer wieder Komponisten und Stücke wach, die lange vergessen, verschollen oder verschmäht waren. Internationales Ansehen erlangte er als Gründer, Geiger und Leiter der Musica Antiqua Köln, mit der er die Alte-Musik-Szene revolutionierte. Seit Auflösung des Ensembles tritt Goebel vor traditionelle Sinfonieorchester und interpretiert mit Techniken des historisch-nahen Musizierens Werke auch aus dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. In dieser Rolle ist er auch in Würzburg zu erleben. An seiner Seite das WDR Sinfonieorchester Köln, die Tapiola Sinfonietta, die Bamberger Symphoniker und das Münchner Rundfunkorchester.

»Wenn man Beethovens Lebensleistung ermessen will, muss man seine Zeitgenossen kennen«, lautet Goebels Überzeugung. Für das Mozartfest hat er vier Kaisersaal-Konzerte konzipiert und konfrontiert darin Beethoven mit direkten Vorläufern, Mitstreitern und Konkurrenten. Dass einige Werke, die in engem Zusammenhang stehen, in der von ihm gewählten Kombination noch nie zuvor erklungen sind, findet Goebel zu Recht »unerhört«.